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Grußwort Reha-Tag 2008, Berlin

Grußwort von Franz Thönnes, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales,  anlässlich des Parlamen- tarischen Abends des Reha-Tages 2008 am 8. November in Berlin.

 

Sehr geehrte Initiatoren des Reha-Tages, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, Ihrer Bitte, dieses Parlamentarische Gespräch des Reha- Tages mit einer Begrüßungsrede zu eröffnen, komme ich sehr gerne nach.

 

Der heutige Abend bietet eine weitere Gelegenheit, mit den Akteuren auf dem Gebiet der Rehabilitation ins Gespräch zu kommen, also mit

- den Leistungsträgern,

- den Leistungserbringern und

- den politischen Entscheidern.

 

Schön, dass Sie gekommen sind um gemeinsam mit den Initiatoren des Reha-Tages das wichtige Thema der Rehabilitation gemeinsam zu diskutieren.

 

Ein Thema, dessen Bedeutung immer größer wird, je älter wir werden. Ein Thema, das jeden von uns betreffen kann und das ein Faktor ist, wie wir unseren Wohlstand erhalten und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft insgesamt fördern können.

 

Deswegen danke ich den Initiatoren des Deutschen Reha-Tages an dieser Stelle herzlich, dass Sie sich des Themas Rehabilitation in dieser inzwischen sehr bewährten und erfolgreichen Weise annehmen. Gut, dass neben den jährlichen Reha-Tagen auch Parlamentarische Abende wie heute durchführt werden und das Gespräch mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestages gesucht wird. Damit wird das Thema auch in die parlamentarische Diskussion getragen.

 

Alleine die „Botschaften“ mit ihren Kernaussagen, die der Deutsche Reha-Tag in den vergangenen vier Jahren zum Thema Reha gemacht hat, zeigen den Stellenwert, den die Rehabilitation für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft besitzt:

- REHA ist unverzichtbar 

- REHA ist generationengerecht 

- REHA ist ganzheitlich 

- REHA ist qualitätsgeprüft 

- REHA ist ökonomisch 

- REHA vernetzt sich.

 

Diese Kernaussagen sind zugleich aber auch Ziele, die wir erreichen wollen und wofür wir gemeinsam arbeiten.

 

Meine Damen und Herren liebe Kolleginnen und Kollegen, wir werden aber auch in der Zukunft nicht ohne Herausforderungen sein, da sich die Gesellschaft in einem ständigen Wandel befindet. Deshalb müssen wir unsere Reha-Ziele und die Instrumente zu ihrer Umsetzung diesem ständigen Wandel anpassen. Und das tun alle Akteure auch immer wieder.

 

Mit dem SGB IX haben wir den Gedanken der Selbstbestimmung und Teilhabe der behinderten Menschen Geltung verschafft. Das diesjährige Motto des Deutschen Reha-Tages 2008 geht auch in diese Richtung: „REchtzeitig HAndeln, REHA – meine Chance“.

 

Dieses Motto verdeutlicht, dass auch im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Menschen im Vordergrund stehen. Sie sollen ihren Weg durch die Rehabilitation als Chance begreifen und zum Handeln in eigener Sache motiviert werden. Dazu wollten die Veranstaltungen im Rahmen des 5. Reha-Tages einen Beitrag leisten und die betroffenen Menschen zur aktiven Gestaltung des Rehabilitationsprozesses befähigen.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, damit die Menschen dieses können, ist es wichtig, dass sie ihren individuellen Hilfebedarf frühzeitig erkennen können und bestehende Ressourcen ermitteln können. Dafür ist aber eine sektorübergreifende Zusammenarbeit – etwa mit der Akutversorgung und der Pflege – von immer größerer Bedeutung. Dies erfordert auf allen Seiten die Bereitschaft zu neuem Denken und Handeln. Deshalb ist es gut, dass „Rehabilitation vor und bei Pflege“ auch ein Thema des heutigen Abends ist.

 

Ein weiteres Thema, das Sie alle kennen, ist die Situation, die sich aus der Alterung unserer Gesellschaft ergibt. Sie alle kennen die Zahlen und Fakten, Sie alle wissen, was ist und was zu erwarten sein wird. Bis 2030 wird die Zahl der 65-Jährigen und Älteren um 5,7 Millionen zunehmen. Auf der anderen Seite sinkt die Zahl der 15- bis 64-Jährigen um 6,7 Millionen.

 

Unterm Strich geht es darum, dass es mittelfristig nicht nur immer weniger, sondern vor allem auch immer weniger junge Arbeitskräfte geben wird, dass also das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigt und dass sich die Betriebe – die so genannten Global-Player genauso wie die kleinen und mittelständischen Unternehmen – auf alternde Belegschaften einstellen müssen.

 

Deshalb stellen die Initiatoren des heutigen Abends u.a. das Thema „Gesundheit und Ökonomie – Wertschöpfung dank Rehabilitation“ zu Recht zur Diskussion. Auch die Politik bemüht sich stetig, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Ältere besser wieder in Arbeit kommen und länger in Arbeit bleiben. Wir arbeiten deshalb auf einen ganz grundlegenden Mentalitätswechsel hin. Und wir können dabei zunehmend Erfolge vermelden.  Ein Beispiel: Noch 1998 waren weniger als 38 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig. Heute sind es rund 52 Prozent.

 

Auch das Bundesprogramm Initiative 50plus und die vom Bund geförderten regionalen Beschäftigungspakte der Perspektive 50plus sollen helfen, dieses Ziel zu erreichen. Dazu kommen außerdem verstärkte Anreize bei der Fort- und Weiterbildung. Denn wir brauchen auch die „Reha für den Kopf“. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass 2015 mindestens 50 Prozent aller Arbeitnehmer- innen und Arbeitnehmer an Weiterbildungsangeboten teilnehmen und so ihre wertvollen Qualifikationen sichern oder ausbauen können. Denn lebensbe- gleitendes Lernen ist noch immer der beste Weg, um in Beschäftigung zu kommen und berufstätig zu bleiben. Auch dieses ein Thema des heutigen Abends.

 

Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen. Sie haben heute die Gelegenheit, mit den Initiatoren über die teilweise von mir angerissenen Themen ins Gespräch zu kommen. Es gibt drei offen moderierte Gesprächsrunden zu den Schwerpunkten „Berufliche Rehabilitation und Inte- gration“, „Rehabilitation und Pflege“ und „Gesundheit und Ökonomie“.

 

Sie können sich ausgerichtet an Ihren persönlichen Interessen über die Anliegen der Leistungsträger, der Leistungserbringer und der Betroffenenverbände informieren. Uns allen gute Informationen und anregende Diskussionen sowie einen interessanten Abend!